Und das ist noch nicht alles! Auf Elba könnt ihr auch einen Tauchgang zu einem historischen Schiffswrack unternehmen, Felswände erkunden oder euch in die lebhaften Untiefen begeben.
Das Wrack der „Elviscot“ bei Pomonte
Einer der bekanntesten Tauchplätze auf Elba ist das Schiffswrack „Elviscot“ bei Pomonte an der Südwestküste der Insel.
Das Schiff sank 1972 nach einem Sturm und liegt heute vor der felsigen Küste unweit des Strandes „Spiaggia del Relitto“. Das Wrack befindet sich in einer relativ geringen Tiefe von etwa 12 Metern und ist daher auch für weniger erfahrene Taucher geeignet. Man kann direkt vom Strand aus zum Wrack schwimmen.
Unter Wasser lassen sich Teile des Schiffes beobachten, die mit Meeresorganismen bewachsen sind, und zwischen den Strukturen verstecken sich beispielsweise Muränen, Seebarsche oder Tintenfische. Dank der geringen Tiefe gelangt ausreichend natürliches Licht zum Wrack, was es auch zu einem interessanten Ort für Fotos macht.
Capo Sant'Andrea und Formiche della Zanca
Die Nordwestküste von Elba gehört zu den Gebieten mit einem sehr interessanten Unterwasserrelief. In der Umgebung von Capo Sant’Andrea gibt es mehrere verschiedene Tauchrouten, von denen einige nur ein Stück von der Küste entfernt beginnen.
Unter der Wasseroberfläche sieht man Felsformationen, einen sandigen Meeresboden und Posidonia-Wiesen. Gerade diese Posidonia-Wiesen (Seegraswiesen) bieten einer Vielzahl von Fischarten und anderen Meereslebewesen einen Rückzugsort. In der Umgebung von Sant'Andrea lassen sich beispielsweise Fischschwärme, Muränen, Tintenfische und mit etwas Glück auch Seepferdchen beobachten.
Für erfahrenere Taucher ist der Tauchplatz „Formiche della Zanca“ interessant, der westlich von Sant'Andrea liegt. Unter der Wasseroberfläche befinden sich hier Felswände, Durchgänge und zerklüftete Formationen mit zahlreichen Verstecken. In größeren Tiefen wachsen ausgedehnte rote Gorgonien, und zwischen den Felsen verstecken sich beispielsweise Langusten und Muränen.
Punta Nasuto
Vor der Küste von Marciana Marina liegt Punta Nasuto, ein Tauchplatz, der sich durch ein zerklüftetes Unterwasserrelief auszeichnet.
Der Tauchgang führt entlang der felsigen Küste und setzt sich in größere Tiefen fort. Felswände und Spalten bilden Verstecke für Meereslebewesen. Der Tauchplatz erreicht eine Tiefe von bis zu etwa 42 Metern und eignet sich daher vor allem für erfahrenere Taucher. Für den Tauchgang wird außerdem die Verwendung einer Taschenlampe empfohlen, um die dunkleren Bereiche der Felsformationen besser erkennen zu können.
Secca di Fetovaia
An der Südwestküste von Elba, unweit von Fetovaia, befindet sich die Secca di Fetovaia. Es handelt sich um ein Felsenriff, dessen Spitze sich etwa 12 Meter unter der Wasseroberfläche befindet. Das Unterwasserrelief fällt hier allmählich in größere Tiefen ab. In den Felsspalten verstecken sich Tintenfische, Muränen oder Seeteufel. In den tieferen Bereichen finden sich zudem ausgedehnte Bestände an Pilzen und Gorgonien (Meereslebewesen aus der Ordnung der Korallen, die verzweigte Kolonien bilden, die an Sträucher oder Fächer erinnern). Der Tauchplatz ist daher vor allem für erfahrenere Taucher interessant.
Capo Fonza
Ein weiterer beliebter Tauchplatz ist die Secca di Fonza bei Capo Fonza an der Südküste von Elba. Die Untiefe beginnt nur wenige Meter unter der Wasseroberfläche und geht anschließend in eine steile Felswand über. Diese fällt in Richtung offenes Meer bis auf eine Tiefe von etwa 40 Metern ab. Dank der unterschiedlichen Tiefen ist es hier möglich, den Tauchgang entsprechend der Erfahrung und Qualifikation des Tauchers zu planen.
Capo Stella und die Insel Corbella
Bei Capo Stella in der Nähe von Capoliveri liegt die kleine Insel Corbella, um die herum mehrere Tauchgänge mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad führen. Der südliche Teil des Tauchplatzes fällt auf etwa 35 Meter ab, während die Nordseite bis in eine Tiefe von über 50 Metern reicht und für erfahrenere Taucher gedacht ist. Die Felswände sind mit Gorgonien bewachsen, und zwischen den Felsen verstecken sich unter anderem Langusten, Muränen, Tintenfische, Zackenbarsche und weitere Fischarten.
Eine Besonderheit ist auch eine kleine Bärenfigur, die sich in etwa 20 Metern Tiefe befindet. An ihrem Sockel befindet sich eine Tafel mit der Angabe der Entfernung zwischen Elba und Berlin.
Careno Shallow
Zwischen Capo Sant’Andrea und den Formiche della Zanca liegt das Careno Shallow, eine felsige Untiefe mit sehr abwechslungsreichem Unterwasserrelief. Große Felsbrocken bilden Höhlen, Durchgänge und weitere Verstecke, in denen beispielsweise Lippfische und andere Fischarten leben. In den tieferen Bereichen kommen Gorgonien, Langusten und Seegurken vor. Dank der unterschiedlichen Tiefen lässt sich der Tauchplatz an die Erfahrung der Taucher anpassen.
Scoglietto di Portoferraio
Ein weiteres sehr interessantes Gebiet ist das Scoglietto di Portoferraio. Die Felsformation liegt in einem Gebiet, in dem der Fischfang seit Langem eingeschränkt ist, was sich in der Vielfalt des Lebens unter der Wasseroberfläche widerspiegelt. Der Tauchplatz bietet Felswände und einen zerklüfteten Meeresboden mit Fischschwärmen. Hier können Sie beispielsweise Barrakudas, Zackenbarsche, Zahnbrassen, Muränen oder Langusten beobachten. Für Taucher ist vor allem die Kombination aus felsigem Relief und der Vielfalt an Meereslebewesen interessant.
Und was ist mit Pianosa?
Wenn Sie während Ihres Urlaubs auf Elba ein wirklich außergewöhnliches Taucherlebnis suchen, können Sie auch nach Pianosa fahren, einer kleinen Insel im toskanischen Archipel.
Das Tauchen ist hier jedoch streng reguliert. Tauchgänge finden ausschließlich im Rahmen organisierter Ausflüge mit autorisierten Tauchzentren und an ausgewiesenen Ankerplätzen statt. Es handelt sich also nicht um einen Ort, den Sie auf eigene Faust besuchen könnten.
Die Unterwasserwelt von Pianosa zeichnet sich durch sehr gut erhaltene Felsformationen, Steilwände, Höhlen und eine artenreiche Fauna aus. Gerade diese strengen Vorschriften tragen dazu bei, das hiesige Unterwasserökosystem zu schützen.
Wo kann man auf Elba das Tauchen ausprobieren?
Tauchzentren finden Sie an mehreren Orten der Insel, unter anderem in der Umgebung von Portoferraio, Marciana Marina, Sant’Andrea, Marina di Campo, Capoliveri oder Porto Azzurro. Das Angebot reicht von Schnuppertauchgängen und Kursen bis hin zu Bootsausflügen zu tieferen Tauchplätzen. Auf Elba gibt es Tauchzentren mit Zugang zu mehr als 30 Tauchplätzen. Bei der Auswahl eines Tauchplatzes ist es wichtig, nicht nur die Attraktivität des Ortes zu berücksichtigen, sondern vor allem die Tiefe, die Strömung, die Erfahrung des Tauchers und die aktuellen Bedingungen auf See. An tieferen Steilwänden und Tauchplätzen mit stärkerer Strömung ist es ratsam, mit einem Tauchführer oder einem örtlichen Tauchzentrum zu tauchen.
Wann sollte man zum Tauchen nach Elba fahren?
Auf Elba kann man fast das ganze Jahr über tauchen, die Hauptsaison fällt jedoch in die wärmeren Monate. Die Wassertemperatur schwankt im Laufe des Jahres stark, und die Bedingungen werden auch vom Wind und dem aktuellen Seegang beeinflusst.
Für Taucher ist es von Vorteil, dass die örtlichen Tauchzentren je nach Wetterlage geschützte Tauchplätze auswählen können. Wenn Sie einen konkreten Tauchgang planen, lohnt es sich daher, den Tauchplatz nicht nur anhand einer Karte auszuwählen, sondern sich direkt im örtlichen Tauchzentrum beraten zu lassen.
Elba ist nicht nur ein Reiseziel zum Schwimmen und Schnorcheln. Unter der Wasseroberfläche bietet die Insel Wracks, Felswände, Gorgonien, Höhlen und eine vielfältige mediterrane Unterwasserwelt – und gerade die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade der einzelnen Tauchplätze ermöglichen es, einen Tauchgang entsprechend der eigenen Erfahrung auszuwählen.
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