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Wenn Sie schon einmal auf Sardinien waren und in einem lokalen Restaurant die Speisekarte aufgeschlagen haben, ist Ihnen vielleicht ein Gericht namens „Fregola“ oder „Fregula sarda“ aufgefallen. Es handelt sich um eine traditionelle sardische Nudelsorte mit einer mehrere hundert Jahre alten Geschichte. Dank ihres ausgeprägten Geschmacks und ihrer vielseitigen Verwendbarkeit gehört sie zu den typischsten Spezialitäten der Insel.

Was ist Fregola?

Fregola ist eine kleine Nudelsorte, die aus Hartweizen (Grieß) und Wasser hergestellt wird. Der Teig wird von Hand oder maschinell in einer breiten Schüssel gerieben, bis kleine, unregelmäßige Kügelchen entstehen. Diese werden anschließend im Ofen geröstet, wodurch sie ihre typische goldbraune Farbe und ihren zart nussigen Geschmack erhalten.

Gerade das Rösten unterscheidet Fregola von den meisten anderen Nudelsorten. Dadurch behält sie beim Kochen ihre feste Struktur und ihr charakteristisches Aroma.

Woher stammt die Fregola?

Fregola stammt aus Sardinien, wo sie bereits seit Jahrhunderten zubereitet wird. Einige historische Quellen besagen, dass sie bereits im 14. Jahrhundert hergestellt wurde. Das Rezept wurde von Generation zu Generation weitergegeben und gehört bis heute zu den wichtigsten Bestandteilen der lokalen Küche.

Auf Sardinien findet man sie nicht nur in Restaurants, sondern auch in ganz normalen Haushalten. Oft hat jede Familie ihre eigene Zubereitungsart.

Wie schmeckt sie?

Fregola hat eine angenehm feste Konsistenz, ähnlich wie al dente gekochte Nudeln. Durch das Rösten erhält sie leicht rauchige und nussige Noten, die kräftigere Zutaten wie Meeresfrüchte, Tomaten oder gereiften Käse hervorragend ergänzen.

Es handelt sich nicht um eine Nudel, die für sich allein schmeckt. Ihr Reiz liegt darin, dass sie Soßen und Brühen perfekt aufnimmt.

Fregola

Fregola

Wie wird Fregola zubereitet?

Sie wird ähnlich wie klassische Nudeln gekocht. Je nach Größe der einzelnen Kügelchen benötigt sie in der Regel 8–12 Minuten. In manchen Rezepten wird sie jedoch ähnlich wie Risotto zubereitet – nach und nach wird Brühe hinzugefügt, wodurch eine cremige Konsistenz entsteht. Auf Sardinien wird Fregola auch in Suppen verwendet oder überbacken.

Das bekannteste Rezept: Fregola mit Meeresfrüchten

Die berühmteste sardische Variante ist „Fregola ai frutti di mare“, also Fregola mit Meeresfrüchten.

Zu einer Tomatenbasis werden Muscheln, Venusmuscheln, Garnelen oder Tintenfische hinzugefügt, und alles wird gemeinsam mit Weißwein, Knoblauch und Petersilie geschmort. Die Fregola saugt die Flüssigkeit der Meeresfrüchte auf und ergibt so ein herzhaftes, aromatisches Gericht, das zu den Ikonen der sardischen Gastronomie zählt.

 

Es gibt jedoch überraschend viele Zubereitungsmöglichkeiten: mit Lammfleisch, Pilzen, Gemüse, Tomatensoße, Salsiccia-Wurst, Pesto oder Pecorino Sardo.

Moderne Restaurants servieren sie oft auch als warmen Salat oder vegetarisches Hauptgericht.

Fregola

Fregola mit Pilzen

Wo kann man Fregola probieren?

Das beste Erlebnis bietet natürlich Sardinien. Fregola findet man in traditionellen Agriturismi, familiären Trattorien und Restaurants an der Küste. Sehr häufig taucht sie auf den Speisekarten in der Umgebung der Städte Cagliari, Alghero, Oristano, Bosa oder Olbia auf.

Wenn Sie sie mit nach Hause nehmen möchten, ist sie in fast jedem Supermarkt auf Sardinien erhältlich. In den letzten Jahren ist sie auch in einigen tschechischen Geschäften mit italienischen Lebensmitteln erhältlich.

Ist Fregola gesund?

Genau wie andere Nudelsorten aus Hartweizen enthält sie komplexe Kohlenhydrate, die Energie liefern. Kombiniert man sie mit Gemüse, Fisch oder Meeresfrüchten, ergibt sich eine ausgewogene und nahrhafte Mahlzeit. Dank ihrer festen Konsistenz sättigt sie zudem gut.

 

Wenn Sie Sardinien nicht nur über die Strände, sondern auch über die lokale Küche kennenlernen möchten, ist Fregola (neben beispielsweise Seadas) eines der Gerichte, das Sie auf keinen Fall verpassen sollten. Es handelt sich dabei nicht um eine für Touristen geschaffene Attraktion, sondern um ein traditionelles Gericht, das die Sarden schon seit Generationen zubereiten.

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